Donnerstag, 8. Oktober 2009

Ceatec 2009: Das 3D-Universum kommt!

Mein donnerstäglicher Blog auf Technology Review ist diesmal der japanischen Elektronikmesse Ceatec gewidmet. Hier eine Bilderstrecke dazu.



Japans berühmte Elektronikmesse Ceatec bietet diesmal buchstäblich einen Blick in die Kristallkugel. Am Eingang der Halle für Konsumelektronik hat die kleine Erfinderstube Holoart ein Glaskugel ausgestellt, die durch ein hineinprojiziertes Bild zum feschen Display mutiert. Der nächste Trend der Elektronikindustrie ist allerdings auch ganz ohne wahrsagerische Hilfsmittel offensichtlich: hochauflösende 3D-Flachfernseher.

Sony hat gleich seine Hauptbühne der neuen Technik verschrieben und zeigt auf einem halben Dutzend Flachfernsehern Videospiele, Sport und Filme in drei Dimensionen. Doch auch die Rivalen Panasonic, Sharp und Mitsubishi Electric stellen die 3D-TVs in den Mittelpunkt. Mit den neuen Geräten wollen sie vom derzeitigen 3D-Kinoboom profitieren.

Auch wenn Sony den anderen Herstellern die Schau stiehlt, der Vorreiter bleibt Panasonic. Nachdem Panasonic 2008 den ersten hochauflösenden 3D-Fernseher der Welt vorgestellt, folgt dieses Jahr das erste Massenmodell. Der präsentierte 50-Zoll-Plasmafernseher kommt 2010 auf den Markt. Sony wird erst Monate später folgen. Die Konkurrenz dürfte noch ein bißchen länger mit der anspruchsvollen Technik ringen. Daneben erlaubt Panasonic einen Blick in die Kristallkugel, den Fernseher der übernächsten Generation. Die Auflösung ist vier mal so hoch wie die von heutigen Full-HD-TVs.

Die europäische Fahne im 3D-Reigen hält diesmal Heinrich-Hertz-Institut der Fraunhofer-Gesellschaft hoch. Die deutschen Forscher stellen ein marktreifes, brillenloses 3D-Display zur Schau, dessen Bilder durch Fingerzeig in alle Richtungen drehen lassen. Hier ein auf den Rücken gelegter Mammut. Nur taugt es nicht zum Fernsehen, sondern nur zum Werbe- oder Infodisplay.




Andere Hersteller üben sich auch an der Handsteuerung wie hier Hitachi. Mit der Wischbewegung einer Hand kann man den Globus drehen. Drei mal um ein Icon kreisen vergrößert es oder ruft es auf. Mit zwei Händen kann man Bilder oder Submenüpunkte vergrößern oder schließen. Allerdings hakelt das System ohne Übung. Im Schnitt benötigen Nutzer fünf bis sechs Minuten Training, meint ein Techniker.



Und wo sind die OLED-Displays? Mitsubishi Electric stellt ein modulares Großdisplay vor. Es besteht aus rund zehn Quadratzentimeter großen Teilen, die zu Bildschirmen in beliebiger Größe zusammengesetzt werden können.

Sony tritt nach seinem auf der Ceatec 2007 groß gefeierten Einstieg in den OLED-TV-Markt verdammt kurz. Der Konzern stellt anstelle von Produkten nur nicht funktionsfähige Designobjekte aus wie hier ein faltbares Notebook. Es sieht cool aus und bietet interessante Ideen für eine intuitive Bedienung, aber es funktioniert halt nur in der virtuellen Animation.

Interessantes findet sich auch in der Handyecke: Hier der Marathon Viewer von KDDI. Damit ermöglicht das Unternehmen reale Marathon-Wettkämpfe im virtuellen Raum. Hört sich verschroben an, ist aber einfach. Im Internet wird ein Marathon-Wettkampf organisiert (entweder von KDDI oder Nutzern selbst), bei dem sich die Wettläufer aus ganz Japan anmelden können. Die Neuerung: Zur Startzeit rennen die Teilnehmer los, und zwar einjeder oder einejede in der heimischen Ortschaft. Die Handys der Teilnehmer (ausgestattet mit GPS und Pedometer, beides schon weit verbreitet in japanischen Handys) meldet die Laufwerte jedes Teilnehmers an den Server, der aus den Daten in Realzeit ein Ranking ermittelt, den Laufweg misst und die zurückgelegte Strecke mitsamt Zeit und Ranking an die Läufer oder auf einen Computerbildschirm zurückübermittelt. Am Ende wird der Sieger virtuell prämiert.

Und zum Abschluß lädt das Maskottchen der Ceatec dazu ein, auch nächstes Jahr die Messe wieder zu besuchen. Adieu und bis zum nächsten Jahr.


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